Berlin, 14 Juli 2026
Pflegebedürftige in Deutschland müssen für einen Platz im Pflegeheim im ersten Jahr im Schnitt 3.364 Euro im Monat aus eigener Tasche zahlen – so viel wie nie zuvor.
Nach Berechnungen des Verbands der Ersatzkassen (vdek), die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen, lag der Eigenanteil Anfang Juli 2026 im bundesweiten Durchschnitt bei 3.364 Euro pro Monat. Damit ist die Belastung seit Jahresbeginn um knapp 120 Euro gestiegen und im Vergleich zum Juli des Vorjahres sogar um 256 Euro höher. "Pflegeheimplätze werden immer teurer", heißt es in der Auswertung des Ersatzkassenverbandes.
Die größten Kostensteigerungen verzeichneten nach Angaben des Verbandes vor allem die "pflegebedingten Aufwendungen" – unter anderem wegen gestiegener Personalkosten. "mussten Heimbewohner im Juli in ihrem ersten Heimjahr im bundesweiten Schnitt mehr als 3.360 Euro aus eigener Tasche zahlen", erklärte der vdek. VDEK-Vorstandschefin Ulrike Elsner begründete den Anstieg mit hohen Aufwendungen für das Personal: "Es gab Nachholbedarf und es ist richtig, dass Pflegekräfte gut bezahlt werden".
Ursachen: Personalkosten treiben den Anstieg
Doch diese Entwicklung dürfe nicht zu immer höheren Belastungen der Pflegebedürftigen führen. "Es brauche eine Begrenzung des Kostenanstiegs, und die geplante Pflegereform müsse eine faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile erreichen", so Elsner weiter. "Doch es kann nicht sein, dass das zu immer stärkeren Belastungen der Pflegebedürftigen führt."
